LONDON CALLING

„You can’t buy happiness but you can buy a plane ticket to London and that’s kinda the same thing.“

Die, die meinen Blog schon etwas länger verfolgen, wissen, dass ich bisher selten Fernweh hatte. Wenn aber, dann nach England! Obwohl Brighton noch immer mein Favorit ist, hat London eine magische Anziehungskraft auf mich und ist noch dazu die Lieblingsstadt von meinem besten Freund. Was liegt da also näher, als ein gemeinsamer Urlaub in der Großstadt? Im Winter 2016 bekam die Sache dann Hand und Fuß. Vier Tage in London nach dem Abi, mein dritter Besuch in der Metropole. Einziges Hindernis? Meine Angst. Ein Thema, das ich online bisher nicht wirklich angesprochen habe, jedoch in Zukunft sicher mehr ausbauen werde, sind meine Panikattacken unter denen ich lange Zeit gelitten habe. Nach anderthalb Jahren erfolgreicher Therapie konnte ich mir dann aber endlich meinen großen Traum erfüllen und alleine Urlaub machen. Eine Sache, die vor zwei Jahren noch unmöglich schien. Heute werde ich euch ein paar Impressionen und Infos über unseren Aufenthalt in London mitgeben und euch gleichzeitig daran erinnern, dass mentale Gesundheit, und vor allem die Behandlung, wichtig sind. Es ist nichts wofür man sich schämen sollte und es ist möglich, Probleme dieser Art zu behandeln. (Ohne Medikamente!) 

„Courage doesn’t mean you don’t get afraid. Courage means you don’t let fear stop you.“

Anreise

First things first: Für Hin- und Rückflug haben wir British Airways gewählt, Online-Chek-In über die App war super leicht und auch die Boardkarte konnten wir direkt auf dem Handy speichern und mit QR-Code beim Boarding verwenden. Unser Flug ging schon um 07:00 Uhr, was praktisch war, da wir anschließend den Anreise-Tag voll ausnutzen konnten.

Unterkunft

Ein echtes Highlight war das Hotel, ein Schatz direkt im Zentrum. Durch Zufall ist meine Mutter (Sie ist Reiseverkehrskauffrau und hat alles organisiert, Danke dafür! :D) auf den Goodenough Club gestoßen, ein kleines Hotel, das zum angrenzenden Goodenough College gehört. Die Zimmer sind günstig, sauber und modern ausgestattet. Das Personal ist super freundlich und hilfsbereit und die U-Bahn Station St. Pancras (Piccadilly Line) ist nur 5 Minuten entfernt. Auch der King’s Cross Bahnhof ist in etwa 10 Minuten zu erreichen. Das Hotel liegt in einer ruhigen Umgebung, obwohl es so zentral ist, wobei es nur wenige Zimmer gibt und es deshalb ratsam ist, früh zu buchen. Besonders begeistert hat mich das English-Breakfast, das man in der Great Hall des echten College bekommt. Das College, ein typisch englisches Gebäude, auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat nicht nur gutes Frühstück, sondern auch einen tollen Innenhof zu bieten, in dem man sich als Gast des Clubs jederzeit aufhalten darf. In ca. 2 Gehminuten kommt man außerdem (auf dem Weg zur U-Bahn Station) am Brunswick Centre vorbei, quasi ein Mini-Einkaufsplatz, an dem man Waitrose, Superdrug, Leon, Pret a Manger, Tesco, sowie einen Starbucks und weitere kleine Restaurants und sogar Kleidungsgeschäfte findet. Super entspannt für ein Abendessen auf dem Heimweg und den morgendlichen Wasser- und Snack – Kauf!

Eine Anmerkung zum Frühstück: Als Gast des Clubs hat man, wie gesagt, das English Breakfast, aber auch ein normales Frühstück zur Auswahl. Wir haben im Laufe des Aufenthalts beides getestet, empfehlen allerdings das English Breakfast im College, da das normale Frühstück im Guest Room des Hotels serviert wird, der sich im Keller befindet und nicht wirklich schön ist. Die Great Hall im College dagegen erinnert an die Große Halle in Harry Potter, das Frühstück hat jedoch einen leichten „Essen in der Kantine“- Touch, da auch die echten Studenten des College dort ihr Frühstück kaufen können. Uns hat das nicht gestört, da wir viel unterwegs waren und keinen Luxus-Urlaub wollten. Für Jugendliche und junge Familien auf jeden Fall top! Das Essen war super lecker und frisch und es gab eine große Auswahl!

Fooood

London ist teuer, keine Frage. Gerade nach in unserem Alter ist die Frage nach dem Geld wichtig. Um lecker und trotzdem preiswert zu essen, habe ich deshalb folgende Tipps.

  • Frühstück beim Hotelaufenthalt, wenn möglich, mit buchen
  • Salate, Falafel und ähnliches fancy food gibt’s super günstig und frisch bei Leon (perfekt für’s schnelle Abendessen!)
  • Waitrose will save your life! Snack-Karotten mit Hummus, eine Portion Obst und vor allem kleine Naschereien findet man hier günstig und zu Hauf! Außerdem haben wir hier jeden Tag unsere 2 Liter Wasserflasche gekauft, die wir anschließend in kleinere Flaschen, zum einfachen Transport, umgefüllt haben.
  • Rocca, ein Italiener in Kensington, eignet sich super für ein etwas netteres Abschluss-Abendessen. Auch wenn die Pizza dort, laut Felix, „sehr britisch“ schmeckt, ist das Ambiente und das Essen zu empfehlen. Vor allem aber überzeugt der Preis!
  • Woran man in London natürlich auch nie vorbei kommt ist Pret a Manger, allerdings bin ich kein großer Fan von Sandwiches, weshalb das nur Felix Empfehlung ist. 🙂
  • Kleiner Tipp: Um das Koffeinlevel hochzuhalten, lohnt sich Iced Coffee bei Costa mehr, als bei Starbucks!

Transport

London ist bekannt für das tolle Subway-Netz, das einem dazu verhilft, jeden Teil der Stadt schnell und unkompliziert zu erreichen. Nach drei London-Erfahrungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Oyster-Card die günstigste Option ist. Die Plastikkarte mit Geld-Aufladen-Funktion kann man von Deutschland aus bestellen, inklusive Versicherung. Das Aufladen ist super einfach, da es an jeder U-Bahn Station passende Automaten gibt, an welchen man zusätzlich den aktuellen Stand überprüfen kann. Je nachdem, welche Zonen man nutzt, wird Geld beim Ein-und Auschecken an den Stationen abgebucht. Besonders praktisch: Es gibt ein Tageslimit, welches nicht überschritten werden kann, was bedeutet, dass man im Notfall nicht drauf zahlt.

PS: Angekommen und abgeflogen sind wir vom Flughafen London Heathrow, von dem eine U-Bahn direkt in die Stadt geht, die auch mit der Oyster-Card genutzt werden kann!

Where to go…

An dieser Stelle zähle ich im Gesamten drei volle Tage, die wir in London hatten, um uns etwas anzusehen. Da wir beide schon zuvor in London gewesen sind, gehe ich heute nicht besonders auf die typischen Touristen-Attraktionen wie Big Ben, Buckingham Palace oder London Eye ein. Stattdessen versuche ich von den Orten zu erzählen, die eher für die Insider interessant sein könnten.

Unsere erste U-Bahn Fahrt führte uns zur Millennium-Bridge, die ich tatsächlich noch nicht besucht hatte. Die moderne Brücke kommt mir vor allem aus den Harry Potter Filmen bekannt vor und sieht wirklich cool aus. Man erhält einen tollen Blick über die Themse, die „Skyline“ von London und coole Instagram-Pics sind natürlich auch drin! 😀

Gleich am Ende der Brücke befindet sich eine weitere Attraktion, die definitiv einen Besuch wert ist, und zwar das Tate Modern Museum. Der Eintritt ist frei, wobei das Gebäude nicht nur architektonisch überzeugt, sondern auch die Kunstwerke einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Obwohl ich kein Kunst-Kenner bin, gab es wirklich Vieles zu entdecken und auch hier sind coole Fotos ein Muss!

Super-Extra: Mit dem Fahrstuhl kommt man innerhalb des Museums bis auf die Dachterasse des Hauses. Der Ausblick ist einfach fantastisch!

Unseren ersten Abend haben wir im Innenhof des College bei Sonnenschein genossen, wobei wir uns vorher mit leckeren Kleinigkeiten und Salat eingedeckt haben. Anschließend haben wir die übrige Zeit für einen Abstecher zum Big Ben, sowie Buckingham Palace genutzt.  Ein Dessert-Brownie im angrenzenden Park durfte nicht fehlen.

Kleine Anmerkung: Wir würden wohl beide davon abraten, abends zum Spaß nach Chelsea zu fahren, da die Schönen und Reichen, die dort leben, offensichtlich nicht in die Subway steigen und es demnach ewig dauert eine Station zu finden! xD

Der nächste Morgen begann mit dem leckeren Frühstück in der Great Hall und, ob ihr’s glaubt oder nicht, schon wieder Sonnenschein. Danach dann Shopping in der Oxford Street und für mich, ganz klar, ein langer Besuch im Waterstones Buchladen am Piccadilly Circus! So viele Bücher! 😀

Zum Mittagessen hat Felix mich an eine meiner neuen Lieblingsecken in London entführt, den Camden Food Market! London ist eine Stadt mit unterschiedlichsten Facetten, was mich jedes Mal wieder zum Staunen bringt! In Camden Town findet man nicht nur die coolsten Haus-Fassaden, sondern auch richtig tolle Geschäfte und den Food-Market mit allerlei Leckereien! Auch hier lohnt es sich zu essen, wenn man günstig, frisch und kulinarisch genießen möchte! Wir haben uns kurzerhand für einen griechischen Wrap und Cheese Balls entschiedne, die wir anschließend am Wasser verspeist haben! Extra Pluspunkt: Super Sommerwetter!

Die frühen Abendstunden haben wir an der Tower Bridge verbracht, im Sonnenuntergang bei ca. 25 Grad und lauem Lüftchen kann man wohl glücklicher nicht sein! Passanten beobachten ist zwar eigentlich kein Touri-Ding, aber auf jeden Fall Unterhaltung pur! Bevor wir in die Betten gekrochen sind, gab es mal wieder ein kleines Dinner in unserem geliebten Brunswick Center!


Den letzten vollen Tag haben wir natürlich auch gut genutzt, dieses Mal ging es nach Notting Hill. In diesen Teil Londons muss man sich einfach verlieben! Bunte Häuschen, süße Geschäfte und den besten Iced Latte, den ich je getrunken habe. Nach einem kleinen „Stroll“ durch die Geschäfte gab es eine Kaffee-Pause, danach eine Foto-Session. Wer die YouTuberin und Bloggerin Tanya Burr kennt, der weiß, Farm Girl Café ist der „place to be“. Leider wissen das nicht nur wir, weshalb die Schlange lang war und wir uns lieber woanders einen Kaffee geholt haben. (Ich versuche noch immer den Laden ausfindig zu machen, allerdings gibt Google nicht viel her.)

Bildung muss bei Abiturienten natürlich auch sein… okay, Spaß beiseite! In London ist es üblich, dass Museen keinen Eintritt verlangen, da Bildung kostenlos sein sollte. Ich unterstütze diese Ansicht sehr, weshalb Felix und ich uns anschließend auf den Weg ins National History Museum gemacht haben. Hier ist zwar wirklich viel los, allerdings geht es beim Anstehen schnell und ein Besuch lohnt sich schon allein aufgrund des imposanten Gebäudes. Da es heiß und stickig war, konnten wir uns nicht länger darin aufhalten, dennoch haben wir unser Bestes gegeben, jeden Bereich zu durchlaufen und am Ende haben wir sogar eine Tour durch den „Kokon“, also das eiförmige Forschungszentrum des Museums gemacht.


Zum Abschluss ging es nach Kensington zu oben erwähntem Italiener, um das offizielle Ende des Urlaubs zu feiern. Meine Empfehlung sind die Spaghetti mit hausgemachtem Pesto!

Wichtige Anmerkung zum Thema Eis: Eiscreme als Kugel ist in England unüblich, weshalb man „Scoops“ auf keinen Fall damit verwechseln sollte. Deshalb genau auf die angebotenen Portionen schauen. Ich war leider nicht so schlau und habe einen „Scoop“ Himbeereis bestellt und am Ende fünf Pfund gezahlt, da die kleinste Portion drei „Scoops“ enthält und die Verkäuferin dann diese abgebucht hat!

Nicht unbedingt ratsam in diesen Zeiten der Terroranschläge, allerdings ein echtes Event, ist der Piccadilly Circus bei Nacht. Nicht nur die Leuchtreklamen, die Straßenmusiker und die vielen Menschen sind eine Attraktion. Felix und ich durften an unserem letzten Abend Bekanntschaft mit vier jungen Leuten machen, die ganz ohne Scheu eine Silent Disko dort veranstaltet haben. Kopfhörer rein, Lieblingssong an und einfach tanzen! Der Vorteil am Verreisen? Wo einen keiner kennt, fällt es viel leichter die Hemmungen über Bord zu werfen. Und, dass Tanzen am Piccadilly Circus eine echtes Erlebnis ist, das kann man nun wirklich nicht bestreiten!

Pro-Tipp: Wer sich das Geld für teuere Scones im Café sparen will, der holt sie sich einfach pur bei Waitrose in der Backwarenabteilung. Verzehrt werden sie am besten nachts auf einer Straßeninsel, während man auf der gegenüberliegenden Seite die ein- und ausgehenden Gäste eines Luxus-Hotels beobachtet! Wahlweise bietet sich als Snack auch ein Eimer Shortbread-Bites an, jedoch sollte man sich sicher sein, dass man die nächsten zwei Wochen nichts mehr isst, da diese Dinger gefährlich viele Kalorien haben!

Die Zeit bis zum Abflug haben wir mit Süßigkeiten-Shopping und Kaffee schlürfen verbracht und dann ging’s auch schon ab nach Hause. Alles in allem kann ich nur sagen, dass die vier Tage in London mir mal wieder gezeigt haben, dass ein großer Teil meines Herzens unbestreitbar nach England gehört und ich eben doch ein Großstadtmädchen bin. Wenn die Zeit auch kurz war, so habe ich doch einen Meilenstein für mein Leben gesetzt und mir selbst bewiesen, dass meine Angst mich bei meinen echten Träumen nicht aufhalten kann. Ich habe auf dieser Reise nicht nur viel erlebt, sondern auch einen Travel Buddy für’s Leben gefunden und konnte mein Leben nach dem anstrengenden Schuljahr so richtig genießen. Ich hoffe, ihr habt Lust bekommen den Briten, trotz Brexit, einen Besuch abzustatten. Es lohnt sich auf jeden Fall!