Dann wenn es Nacht ist

Veilchenblau spannt sich der Himmel über die Hausdächer, ich haste über die Straße, Autos hupen, die Straßenbahn rauscht vorbei. Wasser plätschert, Lichter blitzen auf und erlöschen. Die fremde Stadt lebt, pulsiert um mich herum. Atemwölkchen vor meinem Mund. Luft zieht mich in eine eiskalte Umarmung, aber aus meinem Herzen strahlt nur Wärme.

Betrunken von Freiheit, Adrenalin, Liebe.

Ich höre mein Lachen, wie ein Echo aus der Ferne. Bin immer noch da, aber irgendwie beobachte ich von fern. Gläser klirren, Musik wabert wie Nebel um unsere Köpfe. Und dann sind da nur noch weiße Laken, Verkehrslärm von draußen. Sanft wandern Fingerspitzen über nackte Haut, müde Augenlider und ein stetiger Herzschlag an meinem Ohr.

Betrunken von Freiheit, Adrenalin, Liebe.

Und die Nächte werden immer länger, der Morgen graut noch lange nicht. Unsere Gedanken in Trance, die Realität scheint Lichtjahre entfernt. Worte werden leichtfertiger, Lachen ehrlicher, Nähe so viel einfacher. Leben strömt in unseren Adern, hält die Zeit an. Nur ein erster Schritt.

Eine Tür fällt ins Schloss, gefolgt von hektischen Küssen und unbeholfenen Händen. Dunkelheit findet uns, umhüllt uns. Verwischt das Uns und diesen Moment.

Betrunken von Freiheit, Adrenalin, Liebe.

Der Tag bricht an, Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Winter vor der Tür, in meinem Herzen. Und die Nächte sind verschwommen, Träume, eigentlich verboten. Keiner wird fragen, sich wundern, verurteilen. Weil Entscheidungen nicht zählen, wenn nur die Sterne Zeugen sind und, weil all die Berührungen keinen Wert mehr haben, sobald die Dunkelheit dem Licht weicht.

Du und ich betrunken, von Freiheit und Adrenalin und Liebe. Nur dann, wenn es Nacht ist.

 

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Video-Link: https://youtu.be/ZvifDOUtw-o

 

Video gefilmt und geschnitten von Jan Schäfer